Kirchengemeinde St. Michaelis in Hildesheim

Gott ist immer in uns anwesend

Wed, 18 Mar 2020 09:45:19 +0000 von Umfun Disi

Kontakt mit Gott, nicht nur in Zeiten von Corona: 

„Gott ist immer in uns anwesend, aber wir glauben, er sei abwesend. Dieser Gedanke ist die große Illusion der menschlichen Natur. Die spirituelle Reise hat das Ziel, sie zu heilen. … Das Schweigen ist Gottes erste Sprache, alles andere ist ärmliche Übersetzung. Um diese Sprache zu hören, müssen wir lernen, still zu sein und in Gott zu ruhen.“ Das sagt der US-amerikanische Trappistenmönch Thomas Keating (+ 2018) Vielleicht müssen Sie seine Worte zweimal lesen, damit sie ankommen. 

Die Kirchen sind geschlossen, Geschäfte, Freizeiteinrichtungen und anderes auch. Da ist plötzlich viel Zeit, die wir sonst im Alltag mit allem möglichen füllen. Nutzen Sie das für eine Kontaktaufnahme mit Gott, allein oder mit anderen: Kommen Sie zunächst einmal bewusst zur Ruhe. 

Das kann damit beginnen, dass Sie tief ein- und ausatmen. Dazu kann auch gehören, dass Sie eine Kerze oder ein Teelicht auf den Tisch stellen, an dem Sie sitzen. Zünden Sie sie an. Achten Sie eine Zeit auf Ihren Atem, wie er kommt und geht. Werden Sie still und bleiben Sie bei der Stille, auch wenn es um Sie herum laut ist. Vielleicht schließen Sie dabei die Augen. Beten Sie: Hier bin ich Gott. - Atmen Sie tief. - Ich halte dir mein Leben hin. - Denken Sie an das, was gerade in Ihnen ist an Sorgen und Hoffnung - die Hoffnung dürfen Sie nicht vergessen! -, für Sie selbst und für andere, für unsere Stadt und unser Land. Das ist Ihr Gebet heute. Gott hört Sie! Wenn Sie mögen, lesen Sie ein Stück aus der Bibel, das Ihnen wichtig ist. Wenn Sie nicht wissen, welches, empfehle ich Ihnen aus dem Alten Testament Psalm 23, „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln…“, so beginnt er jedenfalls in der Lutherübersetzung.

Wenn Sie keine Bibel haben: Es gibt fast 60 Millionen Seiten im Internet, die auf diesen Psalm verweisen. Geben Sie einfach „Psalm 23“ in Ihrer Suchmaschine ein. - Lesen Sie also diesen Psalm, langsam und gerne mehrmals. Ich selbst würde auch noch zum Römerbrief aus dem Neuen Testament greifen, Kapitel 8, Vers 38 (finden Sie auch im Internet): Ich bin gewiss, nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen… Dann vielleicht noch das Vaterunser, wenn Sie es auswendig können. Es macht nichts, wenn Sie Sätze daraus vergessen. 

Dann seien Sie noch einmal eine Zeit lang still. Bitten Sie schließlich um den Segen: 
Gott, segne mich / uns und meine / unsere Lieben - heute und alle Tage. Noch einen Moment der Stille, ein Dank. 

Und dann nehmen Sie diese Verbindung mit Gott in den weiteren Tag hinein mit: Gott ist immer in uns anwesend. Sie sind behütet!

P. Dirk Woltmann
Quelle: Dirk Woltmann
Wasser aus dem Felsen - Glasfenster in der Michaeliskirche.