Kirchengemeinde St. Michaelis in Hildesheim

St. Michaelis Hildesheim

Michaelisplatz 1
31134 Hildesheim

Öffnungszeiten
Die Kirche ist verlässlich geöffnet von April bis Oktober täglich 8 bis 18 Uhr, von November bis März täglich von 9 bis 16 Uhr. Dienstags wird die Kirche erst ab 10 Uhr geöffnet. Wir bitten um Verständnis, dass Möglichkeit von Besichtigungen während der Gottesdienst, Konzerte und ggf. Konzertproben eingeschränkt ist.
Beschreibung

St. Michael, 1010 bis 1022 von Bischof Bernward von Hildesheim erbaut, ist ein Schlüsselwerk der mittelalterlichen Kunst. Der Grundriss der doppelchörigen Basilika ist durch strenge Symmetrie gekennzeichnet: Zwei Chören, einem im Osten und einem im Westen, ist je ein weit über die Seitenschiffe hinaus vorspringendes Querhaus vorgeschaltet; an ihren Giebelseiten erheben sich beiderseits schlanke Rundtürme, die mit den gedrungenen Vierungstürmen kontrastieren. Im Langhaus wechseln vier Eckpfeiler mit paarweise gekoppelten, Würfelkapitelle tragenden Rundstützen ab. Dieser einem bis dahin unbekannten Rhythmus folgende, den Aufriss des Mittelschiffs bestimmende Stützenwechsel war eine der erfolgreichsten Erfindungen der ottonischen und romanischen Kunst. St. Michael und der 1046 neu erbaute Dom bewahren eine bedeutende Zahl von historischen Ausstattungsstücken: in St. Michael die bemalten Stuckreliefs der Chorschranken (Ende des 12. Jahrhunderts) und die breite bemalte Holzdecke, die die Wurzel Jesse darstellt (1230). Außergewöhnliche Werke der Gießkunst sind die Bronzetüren und die Bronzesäule (aus St. Michael) von etwa 1020, die im Dom aufbewahrt werden.

Am besten nähert man sich der Michaeliskirche von der Burgstraße her. Diese verbindet die Domburg mit dem Michaelishügel. Sie wird dabei von der alten Handelsstraße mit der ersten Siedlung Hildesheims gekreuzt („Alter Markt“). Kommt man von der Burgstraße, so bietet die Kirche ihre ganze Längsseite offen dem Betrachter dar. Bernward hat sie (was keineswegs selbstverständlich war) nicht innerhalb des Klosters angelegt, sondern vor das Kloster gestellt. Ihm war der Öffentlichkeitscharakter dieser Kirche von Anfang an wichtig. Auf den ersten Blick fallen die klaren, geometrischen Formen auf. Symmetrie prägt das äußere Erscheinungsbild. Lediglich die Choranlagen unterscheiden sich. Während im Osten zwischen Vierung und Apsis nur ein verhältnismäßig schmaler Vorchor liegt (allerdings ist hier der historische Zustand nicht mit Sicherheit rekonstruierbar), ist es im Westen ein ganzes Joch. Diese Ausweitung schafft den notwendigen Raum für den Mönchschor und die Unterkirche. Dem Westchor ist außerdem noch der Umgang der Unterkirche vorgelagert, was ihm ein feierliches Aussehen verleiht und ihn optisch noch stärker gegenüber dem Ostchor betont (die heutigen Schmuckformen des Westchors, zum Beispiel die mit Säulen eingefassten Fenster, gehen auf die Zeit um 1200 zurück). Die Unterkirche ist durch ein Portal ganz im Westen zu betreten, so dass der alte Gedanke des Westeingangs (Westwerk) trotz der Doppelchörigkeit beibehalten wurde.


Aussenansicht